Die Friedliche Revolution von 1989/1990 spielte sich im direkten Umfeld der Karl-Marx-Universität Leipzig ab. Von außen betrachtet, schien die Universität ein großer monolithischer Block zu sein, ein sozialistischer Fels in der stürmischen See der Veränderung. Dabei war die Universität selbst in der Endzeit der DDR ein Ort des intellektuellen Gedankenspieles, mit vielen jungen Leuten und diskussionserfahrenen Akademikern. Viele der älteren Dozenten und Mitarbeiter konnten sich noch an die Sprengung der Universitätskirche im Jahre 1968 erinnern. Die Jüngeren debattierten intensiv über den Weg der DDR-Führung zwischen sowjetischer Glasnost und politischer Erstarrung. Eine der heftigsten Debatten innerhalb der Universität drehte sich seit 1988 um das Verbot der sowjetischen Zeitschrift "Der Sputnik." In dieser Zeit werden politische Veränderungen vor allem von den großen Menschenmassen auf der Straße erzwungen. Die Universität Leipzig, bis Juni 1991 noch immer die Karl-Marx-Universität, schwenkt langsam, oftmals nur zögerlich, auf den Weg der politischen Erneuerung ein. Parallel zu den Veränderungsprozessen in der Gesellschaft finden sich auch innerhalb der Karl-Marx-Universität immer mehr Menschen, die einen politischen Wechsel und neue Hochschulstrukturen anstreben. Diesen langen Prozess will die Chronik in ihren vielen Facetten dokumentieren und mit so viel wie möglich Originaldokumenten belegen.

Das Projekt wurde vom Freistaat Sachsen im Rahmen des Förderprogramms »25 Jahre Deutsche Einheit und Freistaat Sachsen« unterstützt. Eine zentrale Webseite zur Friedlichen Revolution in Sachsen und zur wiedererlangten staatlichen Einheit finden Sie hier http://www.89-90.sachsen.de/
Dr. Jens Blecher, Universitätsarchiv Leipzig


Rechtskanzlei der KMU - 25.10.1990

Das Rektorat und der Personalrat des Hochschulbereichs sowie des Bereichs Medizin haben sich schriftlich auf eine einheitliche Anwendung und Durchsetzung der rechtlichen Bestimmungen und insbesondere auf die Einhaltung der Rechte des Personalrats im Kündigungsfall geeinigt. Kündigungen sollen, so das Dokument, möglichst vermieden werden. Durch die Umstrukturierungen innerhalb der Universität wird es jedoch zum Wegfall von bestimmten Arbeitsbereichen kommen. Für den Fall, dass Kündigungen ausgesprochen werden müssen, wurden in der Vereinbarung genaue Regelungen zu deren Durchführung getroffen.

Studentenrat - 16.10.1990

Auf einer Podiumsdiskussion wurde über die Namensgebung der Universität gestritten. Der Grundtenor der Diskussion bestand jedoch in einer Befürwortung des Namens "Karl Marx". Entsetzen darüber äußerten unter anderem zwei Medizinstudenten des 1. Studienjahres in einem Rundschreiben. Sie befürchten erhebliche Nachteile für das bundesdeutsche und internationale Ansehen der Leipziger Alma Mater, die sowieso schon als "rote" Hochschule gelte. Zudem stünde der Name für eine "vierzigjährige Indoktrination und Unfreiheit", so die Verfasser.

Kulturministerkonferenz - 05.10.1990

Das wiedervereinigte Deutschland ist erst wenige Tage jung, die Grundordnung der Universität erst seit kurzem in Kraft, da erreicht bereits der erste gesamtdeutsche Beschluss die Universität Leipzig. Die Kultusministerkonferenz vereinbarte neue Regelungen zum Abhalten von Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen, die für das hauptberuflich tätige wissenschaftliche Personal gelten. Festgelegt wurden darin unter anderem, wie viele Lehrveranstaltungsstunden von Professoren sowie Dozenten künftig übernommen werden müssen.

Konzil - 02.10.1990

Das Konzil vom 2. Oktober 1990 hat die Ordnung für die Gruppen-Urwahlen zum Senat und zum Konzil bestätigt. Damit können die für das Wintersemester 1990/91 angesetzten Wahlen stattfinden. Die Ordnung sieht eine freie, gleiche und geheime Personenwahl vor, die Wählerschaft wird in vier Gruppen aufgeteilt. Wahlberechtigt sind demnach Hochschullehrer, wissenschaftliche Mitarbeiter, das nichtakademische Personal sowie alle immatrikulierten Studenten.

Universitätszeitung - 01.10.1990

Der 2. Oktober 1990 ist für die Leipziger Universität ein historischer Tag. Das Konzil der KMU wird dann über den Entwurf der neuen Universitätsverfassung abstimmen und damit den Kurs der demokratischen Erneuerung basisdemokratisch legitimieren. Die Universitätszeitung druckte den Entwurf jetzt in voller Länge ab.

Universitätszeitung - 25.09.1990

Die Leipziger Universitätsbibliothek erhält 1,3 Millionen DM zur Anschaffung westlicher Lehrbücher, die dringend gebraucht werden. Die Summe stammt aus einem 15-Millionen-DM-Topf des Bundes für DDR-Universitäten zur Anschaffung von Studienliteratur, über die Bewilligung des Geldes hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages entschieden. Von dem Geld können schätzungsweise 250.000 Bücher angeschafft werden.

Universitätszeitung - 17.09.1990

Der akademische Senat hat weiterhin alle Hände voll zu tun. Dringende Fragen müssen gelöst und der Erneuerungsprozess bewältigt werden. Auch die letzte Sitzung am 4. September 1990 war mit einer umfangreichen Tagesordnung ausgestattet. Dazu gehörten die Namensgebung der Universität und das künftige Wissenschaftsprofil. Zwei Amtsträger mussten sich zudem der Vertrauensfrage unterziehen.

Senat - 17.09.1990

Die vom Senat und Konzil beschlossene Vertrauensfrage, die von allen staatlichen Leitern und ihren Stellvertretern an der Universität gestellt werden sollte, hat bereits für Unmut unter den Leitern gesorgt. So reichte ein Professor, bei dem die Vertrauensfrage negativ ausgefallen war, Beschwerde gegen das Vorgehen ein. Der Senat bekräftigte noch einmal sein Anliegen und betonte die Wichtigkeit des Vertrauensbeweises bei der demokratischen Umgestaltung der Universität.

Zentrale Verwaltung - 14.09.1990

Die Zentrale Verwaltung der KMU bereitet sich schon jetzt auf die geplante Wiedervereinigung Deutschlands vor. Durch die veränderte Rechtslage ergeben sich auch Änderungen für das bisher bestehende Hochschulrecht, denen sich die Leipziger Universitätsverwaltung anpassen muss. So ist die Einrichtung von Dezernaten für die Bereiche Haushalt, Personal und akademische Verwaltung geplant. Weiterhin ist die Einrichtung eines Studentenwerks vorgesehen.

Studentenrat - 12.09.1990

Der Studentenrat der KMU hat gegen den Entwurf zur neuen Hausordnung für die Leipziger Studentenwohnheime Veto eingelegt. Die studentischen Vertreter bemängelten verschiedene Punkte der Hausordnung, so unter anderem, dass die Wohnheimberechtigung auf das Grundstudium, also bis zum Vordiplom, begrenzt sein soll. Zudem kritisierte der StuRa den Passus, der es untersagt, Veränderungen an den Zimmer vorzunehmen.

Studentenrat - 07.09.1990

In einem offenen Brief äußerten die studentischen Vertreter des Senats Dirk Behr und Peer Pasternack ihren Unmut über das Vorgehen des Senats bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Der Senat hatte eine sogenannte Ehrenerklärung beschlossen, die Verantwortungsträger abgeben müssen, um sich von einer etwaigen Tätigkeit beim Ministerium für Staatssicherheit zu distanzieren. Bei diesem Vorgehen sei, so Behr und Pasternack, die Lüge vorprogrammiert. Zudem kritisierten sie, dass Gesellschaftswissenschaftler aufgrund ihres Faches unter Generalverdacht ständen, während Naturwissenschaftler als a priori unbelastet angesehen würden.

Senat - 05.09.1990

Der Senat hat sich in einer Presseerklärung für die Rückbenennung der Karl-Marx-Universität Leipzig in Universität Leipzig ausgesprochen. Die 1953 erfolgte Namensgebung war mit einem stalinistisch-doktrinären Auftrag an die Universität verbunden, der ihr schwer geschadet hätte, so der Senat. Mit der Rückbenennung wolle man nun dem "Willen zur Überwindung dieser unheilvollen Verstrickung" Ausdruck verleihen.

Senat - 04.09.1990

Die Umbenennung der Leipziger Universität, noch Karl-Marx-Universität, steht kurz bevor. Der Senat debattierte das Procedere der Umbenennung und verabschiedete eine gemeinsame Presseerklärung. Der Antrag aus der Sektion Psychologie, die Universität in "Wilhelm-Wundt-Universität" umzubenennen, wurde abgelehnt.

Sektion Geschichte - 03.09.1990

Die Sektion Geschichte steht vor einem Neuanfang. Derzeit diskutieren Vertreter der Sektion, wie der Fachbereich zukünftig aussehen soll. Eine Lösung sieht das Anknüpfen an alte Strukturen vor, die durch die DDR-Hochschulreform in den 1960er Jahren abgeschafft wurden. So soll es unter anderem wieder ein Institut für Universal- und Kulturgeschichte geben, wie es der Historiker Karl Lamprecht einst gegründet hatte. Ein solches Institut würde verschiedene Lehrstühle von der allgemeinen Geschichte der Neuzeit bis hin zur Theorie der Geschichtswissenschaft beherbergen.

Sektion Politikwissenschaft und Soziologie - 31.08.1990

Die Sektion mit dem noch jungen Namen Politikwissenschaften und Soziologie hat sich Gedanken um die eigene Neuausrichtung gemacht und diese dem Dekan der Fakultät für Philosophie und Geschichtswissenschaft Prof. Dr. Lothar Kreiser unterbreitet. Künftig soll der Fachbereich aus zwei Instituten, einem für Politikwissenschaft und einem für Soziologie, mit insgesamt 8 Lehrstühlen bestehen. Für immerhin 6 Studiengänge will man sorgen. Dazu zählen unter anderem die Diplomausbildung in Politikwissenschaft und Soziologie sowie die Lehramtsausbildung für das Fach Gesellschaftskunde.

Universitätszeitung - 13.08.1990

Während die Universität in die Semesterpause geht, gilt das nicht für den akademischen Senat. Bis zum Herbstkonzil bleibt noch viel zu tun. Bei der letzten Senatssitzung wurden unter anderem die Neugliederung der Sektionen und Bereiche und der Verfassungsentwurf diskutiert.

Theologische Fakultät - 03.08.1990

Die Fakultät für Theologie setzt sich beim Verfassungsausschuss der Karl-Marx-Universität für die Gründung einer interdisziplinären Fakultät für höhere Studien ein. Ihr Zweck solle in der Betreuung von Nachwuchsforschern auf Promotionsniveau im interdisziplinären Verband bestehen. Darüber hinaus soll die geplante Graduierten-Fakultät Lehrveranstaltungen im Bereich der Kulturwissenschaften, Philosophie, Soziologie, Volkswirtschaft, Politik und weiteren Wissenschaftsbereichen anbieten. Ziel ist es, mit der Graduierten-Fakultät die Universität Leipzig auf ein europäisches Niveau zu heben.

Senat - 03.08.1990

Der Senat der Leipziger Universität hat erstmals die Einrichtung eines Studentenwerks in Erwägung gezogen. In dieses sollen alle Leipziger Hochschulen sowie die Moritzbastei mit einbezogen werden.

Wissenschaftsbereich Ostslawische Sprachen - 01.08.1990

Nach der Abschaffung des obligatorischen Russischunterrichts für alle Studenten der Universität muss sich das Fach Russistik neuen Herausforderungen stellen. Mehr Flexibilität für die Studierenden gehört auch dazu. Für die Lehramtsausbildung Russisch legte die KMU nun ein kommentiertes Lehrverzeichnis vor, das die einzelnen Lehrveranstaltungen vorstellt und auch Empfehlungen zur Belegung der Vorlesungen, Seminare und Sprachstunden gibt.

Rektor - 25.07.1990

Bei einer Beratung des Rektors mit einer Gruppe von Hochschullehrern aus der Mathematik, der Medizin und den Naturwissenschaften wurde weiter über die Zukunft der Universität beraten. Ein Dozent trug den Unmut des Ministers Meyer über das langsame Voranschreiten des Demokratisierungsprozesses an der KMU weiter. Meyer hätte zudem die Schließung der Sektionen Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaft in Erwägung gezogen. Der Rektor brachte sein Unverständnis über die Ansichten des Ministers zum Ausdruck.

Sprecherrat des Akademischen Mittelbaus der KMU - 23.07.1990

Der neu gegründete Sprecherrat des akademischen Mittelbaus der KMU hat die Aufnahme von zwei Vertretern in den Senat beantragt. Zudem bat er die Universitätsleitung in einem Schreiben um materielle Unterstützung.

Universitätszeitung - 23.07.1990

Die Initiativgruppe zur Bildung eines Gesamtpersonalrats für die Karl-Marx-Universität hatte etwa 70 Vertreter aus örtlichen Personalräten und Betriebsgewerkschaftsleitungen eingeladen, um zu erörtern wie möglichst schnell ein Gesamtpersonalrat der KMU konstituiert werden kann. Es herrschte allgemeiner Konsens über die Dringlichkeit des Vorhabens. Die Konstituierung des provisorischen Gesamtpersonalrates soll in einer weiteren Beratung stattfinden.

Pressestelle KMU - 19.07.1990

Senat - 13.07.1990

Konkretes zeichnet sich ab: Die Rektorenkonferenz, die am 9. und 10. Juli 1990 tagte, hat der KMU die ersten Entwürfe zur Neuorganisation der Universität vorgelegt. Dazu gehören unter anderem Verordnungen über akademische Grade, Promotionen, Habilitationen, über Berufung und Stellung von Hochschullehrern und über wissenschaftliche Assistenten und Mitarbeiter.

Universitätszeitung - 09.07.1990

Der Rektor der Universität Hildesheim Prof. Dr. Ernst Cloer stattete der Karl-Marx-Universität einen Besuch ab, um eine gemeinsame Arbeitsvereinbarung zu unterzeichnen. Künftig wollen die Universität Hildesheim und die KMU enger kooperieren. So sind unter anderem gemeinsame Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Veranstaltungen sowie der Austausch von Wissenschaftlern geplant.

Universitätszeitung - 05.07.1990

Das Konzil hat mit einer breiten Mehrheit einem Antrag des Senats zugestimmt, dass sich sämtliche staatliche Leiter und deren Stellvertreter in allen Wissenschaftsbereichen, Kliniken, Instituten sowie gleichgestellten Einrichtungen der Vertrauensfrage, beantwortet durch ihre Mitarbeiter, stellen müssen. Der Vorgang soll bis zum 15. September 1990 abgeschlossen sein.

Rektor - 05.07.1990

Einige Teilnehmer des Konzils brachten am 5. Juli 1990 den Antrag ein, dass die Konzilleitung um Dr. Matthias Midell und Prof. Dr. Werner Bramke zurücktreten solle. Zur Begründung hieß es, dass die beiden Sitzungsleiter die zügige Arbeit des Konzils durch langatmige Moderationen und ein nicht sachgemäßes Vorgehen bei der Abstimmung behindert hätten.

Studentenrat - 04.07.1990

Das Studentenorchester der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gastiert auf Einladung des StuRa der KMU am 4. Juli 1990 im Großen Saal des Leipziger Gewandhauses. Zu hören gibt es unter anderem Musik von Rossini, Haydn und Schubert. Karten sind im Vorverkauf beim StuRa in der 2. Etage des Universitätshauptgebäudes erhältlich.

Rektor - 02.07.1990

Eine Gruppe aus 13 Professoren der Mathematik, Medizin und Naturwissenschaften forderte vom neuen Rektor Leutert die Auflösung des Konzils. Zur Begründung gab die Protestgruppe an, dass die Zusammensetzung des Konzils nach der Aufhebung einer Reihe von Lehrstühlen nicht mehr den zukünftigen Aufgaben der Universität entsprechen würde. Gleichzeitig kritisierten die Professoren die Universitätszeitung, die bisher zu wenig zur Vergangenheitsbewältigung und Demokratisierung der KMU beigetragen hätte.

Universitätszeitung - 02.07.1990

Eine Initiativgruppe um die Professoren Cornelius Weiss, Eberhard Zeidler und Adolf Kühnel gab in der Universitätszeitung eine Erklärung ab, in der die Wissenschaftler konstatierten, dass es an der Universität Leipziger bisher "keine echte Erneuerung und keine Bewältigung der letzten 40 Jahre" gegeben habe. Sie forderten unter anderem, dass die KMU sich ihre Schuld an dem Unrecht, das Studenten, Mitarbeitern und Hochschullehrern zugefügt wurde, eingestehen muss. Weiss, Zeidler und Kühnel forderten zudem, dass der Erneuerungsprozess an der Universität von unten nach oben geschehe. Auch den Verwaltungsapparat will die Initiativgruppe völlig neu gestaltet sehen: Alle leitenden Stellen sollen daher neu ausgeschrieben werden.

Universitätszeitung - 02.07.1990

Rektor Hennig hat seinen Rücktritt, den er vor ein paar Tagen bereits dem Senat verkündete, nun offiziell gemacht. Die Universitätszeitung druckte seine Rücktrittserklärung ab. Darin stellte Hennig fest, dass der von ihm gewählte Kurs zur demokratischen Erneuerung der Universität in dieser Form keinen Rückhalt mehr gefunden habe. Weiterhin sei ihm eine Vermittlung der verschiedenen Positionen nicht mehr möglich gewesen.

Rektor - 28.06.1990

Die bisherige Sektion Tierproduktion und Veterinärmedizin wurde aufgelöst und als Fakultät für Agrarwissenschaft und Veterinärmedizin neu gegründet. Der Rektor zog in seiner Rede eine Bilanz der letzten 40 Jahre. Agrarwissenschaftliche und veterinärmedizinische Forschung und Ausbildung hätten eine hohe Qualität und Erfolgsquote gehabt. Gleichzeitig gestand er Fehler ein, die bei der Strukturierung des Ausbildungszweiges gemacht worden seien.

Studentenrat - 28.06.1990

Der Studentenrat bat in einem Schreiben an den Minister für Bildung und Wissenschaft Hans Joachim Meyer um die Umberufung des ML-Professors Lorenz. Lorenz hatte zuvor an der Sektion Marxismus-Leninismus Philosophie gelehrt und habe sich stets "durch einen hohen wissenschaftlichen Anspruch und Offenheit" ausgezeichnet. Er habe zudem besonderen Mut bei der Verurteilung der stalinistischen Verbrechen bewiesen, "die er als einer der ersten benannte", so der StuRa. Lorenz sei für die Universität daher unverzichtbar.

Rektor - 28.06.1990

Die Hauptabteilung Kultur der KMU äußerte in einem Schreiben an den Rektor ihre Befürchtungen zur Zukunft des Freizeitangebots an der Universität. Bisher würden über 800 Universitätsangehörige die vielfältigen Freizeitangebote der Hauptabteilung Kultur, wie Chöre, Orchester und Theater wahrnehmen. Die Verfasser beklagten, dass der Bereich der Amateur- und Freizeitkunst in den bisherigen Entwürfen des Universitätsstatuts sowie der Verwaltungsstruktur keinerlei Beachtung gefunden hätte.

Senat - 28.06.1990

Ein dreiköpfiges Rektoratskollegium, bestehend aus den Professoren Gerald Leutert, Gottfried Geiler und Günther Wartenberg, übernimmt die Universitätsleitung kommissarisch. Ein Schreiben des Ministers für Forschung und Bildung vom 26. Juni 1990 bekräftigte dieses Vorgehen. Professor Leutert übernahm das Amt des Rektors ad interim.

Senat - 28.06.1990

Die Diplomierung im Studiengang Medizin wurde ab dem Absolventenjahrgang 1991 aufgehoben. Damit sollte der Ausbildungsgang Medizin besser kompatibel zur Medizinerausbildung in der BRD und in Westeuropa sein. Laufende Diplomarbeiten sollten, so der Wunsch des Senats, möglichst zu Promotionsvorhaben umgewidmet werden.

Rektor - 26.06.1990

Die ersten Institute haben bereits ein Auge auf die durch die Auflösung der Sektion Marxismus-Leninismus freigewordenen Professuren geworfen. So beantragte das Institut für tropische Landwirtschaft beim Rektor eine ordentliche Professur für das Fachgebiet Landtechnik (Tropen). Der Rektor vertagte die Entscheidung, da dies erst mit dem Ministerium zu klären sei.

Ministerium für Bildung und Wissenschaft der DDR - 22.06.1990

Der Minister für Bildung und Wissenschaft der DDR, Hans Joachim Meyer, reagierte auf den Rücktritt Hennigs sofort. Schriftlich gab er der Universitätsleitung konkrete Anweisungen zum weiteren Procedere: bis zur Neuwahl sei ein Rektoratskollegium zu bilden, das aus dem derzeitigen oder einem vom Senat zu bestimmenden Rektor ad interim und den beiden neugewählten Dekanen der Medizinischen und Theologischen Fakultät bestehen solle. Zugleich betonte er, dass das soeben erarbeitete Universitätsstatut lediglich vorläufigen Charakter habe.

Senat - 22.06.1990

Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Horst Hennig, hat dem Senat seinen Rücktritt erklärt. Er reagiert damit auf ein Schreiben von 9 Professoren der Sektion Mathematik, die den Rücktritt der Universitätsleitung gefordert hatten, weil diese den Demokratisierungsprozess verzögert hätte.

Universitätszeitung - 18.06.1990

Die kubanische Regierung hat darum gebeten, dass alle kubanischen Studenten mit Ablauf des Studienjahres 1989/90 in ihre Heimat zurückkehren. Als Begründung führte sie ökonomische Ursachen an. Die KMU teilte dem Hochschulministerium ihr Unverständnis über diese Entscheidung mit, da Stipendien und Ausbildungskosten für die kubanischen Studenten von der DDR getragen würden. Die KMU würde nicht beabsichtigten, diese Entscheidung zurückzunehmen, so die Universitätsleitung.

Initiativgruppe "Karl-Marx-Frauen" - 11.06.1990

Die Initiativgruppe zur Errichtung eines Frauenforschungszentrums an der KMU, kurz "Karl-Marx-Frauen", hat einen Entwurf für ein Frauengleichstellungsreferat an der Karl-Marx-Universität vorgelegt. Dieses soll für die Belange der weiblichen Universitätsmitglieder zuständig sein und auf die Durchsetzung weiblicher Interessen bei allen wesentlichen Entscheidungen der Universitätsleitung und nachfolgender Struktureinheiten achten. Zudem will sich das Referat als Zentrum interdisziplinärer Frauenforschung etablieren sowie die feministische Forschung und Lehre fördern.

Senat - 09.06.1990

De Präsident der Universität Tübingen Adolf Theis sprach auf einer informellen Senatssitzung am 9. Juni 1990 über die Strukturen an der Universität Leipzig und gab damit wichtige Impulse für den Demokratisierungssprozess an der KMU.

Sprecherrat des Akademischen Mittelbaus der KMU - 01.06.1990

Der akademische Mittelbau der KMU hat nun seine eigene Interessenvertretung. Auf einer öffentlichen Versammlung im Juni gründeten die Teilnehmenden einen basisdemokratisch gewählten Sprecherrat. Zusammengesetzt ist dieser Rat aus Vertretern des akademischen Mittelbaus verschiedener Sektionen und Institute. Der Sprecherrat verabschiedete zudem ein Diskussionspapier, das die Standpunkte der wissenschaftlichen Mitarbeiter und Doktoranden der KMU darlegt.

Senat - 29.05.1990

In der Senatssitzung am 29. Mai 1990 wurde der Vorschlag der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften diskutiert, Kandidaten für eine Professur einem gründlichen Check auf eine mögliche frühere Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit zu unterziehen. Der Senat würdigte den Vorschlag als "gut gemeinten Versuch der Vergangenheitsaufarbeitung", äußerte jedoch Bedenken, da so die neuen Kandidaten gegenüber bereits berufenen Professoren benachteiligt würden.

Senat - 29.05.1990

Der akademische Senat hat im Frühjahr 1990 erste Wissenschaftler, denen während der DDR-Zeit aus politischen Gründen ihre akademischen Grade aberkannt worden waren, rehabilitiert. Die Betroffenen dürfen damit ihre akademischen Titel wieder führen.

Sektion Informatik - 22.05.1990

Bei der Vertrauensfrage sprach die Sektion Informatik ihrem Leiter W. Laßner und seinen Stellvertretern ihr Misstrauen aus. Zugleich stimmten die Sektionsmitglieder mit einer Mehrheit von 70 Prozent für die Gründung eines eigenständigen Universitätsrechenzentrums.

Konzil - 12.05.1990

Die Senatskommission Universitätsverfassung teilt ihren Mitgliedern in einem Rundschreiben den jüngsten Beschluss des Konzils mit: auf der nächsten Konzilsitzung soll ein neues Gremium für die Erarbeitung einer Universitätsverfassung gewählt werden. Damit löst sich die Senatskommission auf und stellt ihre Arbeit ein.

Universitätszeitung - 12.05.1990

Kontrovers wurde auf dem Konzil über die neue Universitätsverfassung diskutiert. Der Entwurf der Universitätsleitung wurde durch viele Wissenschaftler und den Studentenrat abgelehnt. Das Konzil entschied sich gegen die Empfehlungen von Senat und Rektor zum "Fahrplan zur neuen Universität" und forderte die schnelle Wahl eines neuen, legitimierten Konzils bis zur Sommerpause.

Universitätszeitung - 30.04.1990

Langsam hält der technische Fortschritt auch an der KMU Einzug. Unlängst konnten zwei moderne Kopierer an eine Zweigstelle der Universitätsbibliothek übergeben werden. Für 19 Mark können in der UB künftig Scheckkarten erworben werden, die für 100 Kopien ausreichen. In den nächsten Monaten soll die KMU flächendeckend mit Kopierern einer bundesdeutschen Firma ausgestattet werden.

Universitätszeitung - 30.04.1990

Die Leitung der Universität hat in einem Artikel in der Universitätszeitung Einblicke in die Tätigkeit des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit an der KMU gegeben. So hätte die Stasi Einfluss bei Auslandreisen von KMU-Wissenschaftlern genommen. Nur nach Erteilung einer sogenannten "sicherheitspolitischen Bestätigung" durch das MfS seien Auslandsreisen genehmigt worden. Die Universität selbst hätte dabei nur einen geringen Einfluss gehabt, so die KMU-Leitung. Zudem wäre Stasi-Mitarbeitern auf Anfrage Einsicht in die Personalakten gewährt worden.

Senat - 11.04.1990

Der Präsident der Universität Hannover Prof. Dr. Seidel sprach bei seiner Teilnahme an der Senatssitzung über die Strukturen an westdeutschen Universitäten. Er berichtete über Erfahrungen und äußerte Empfehlungen für die Umgestaltung der KMU, etwa für die Amtszeit des Rektors oder die Wertigkeit von Stimmen einzelner Amtsträger.

Universitätszeitung - 09.04.1990

Die Universitätsbibliothek kann sich über 45 Millionen Mark für den Wiederaufbau ihres Hauptgebäudes freuen. Wie Prorektor Horst Stein mitteilte, erhält die KMU die Summe auf Beschluss des Ministerrats der DDR aus dem Vermögen der PDS und ihrer Vorgängerpartei, der SED.

Pressestelle KMU - 09.04.1990

Der westdeutsche CDU-Politiker und studierte Jurist Kurt Biedenkopf, der die volkswirtschaftliche Georg-Mayer-Gastprofessur an der KMU wahrnimmt, hat seine Antrittsvorlesung gehalten. Er sprach darin über die deutsche Wiedervereinigung in verfassungsrechtlicher sowie wirtschafts- und währungspolitischer Hinsicht. Biedenkopf strich dabei insbesondere die Rolle der Wissenschaft bei der Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben heraus.

Rektor - 06.04.1990

Das Rektorat hat heute einen ersten Entwurf zur neuen Grundordnung der KMU vorgelegt. Erarbeitet hatte diesen eine Gruppe von Wissenschaftlern der Sektion Rechtswissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. sc. W. Schönrath und Prof. Dr. sc. G. Tautz. Im Sinne der demokratischen Erneuerung der Universität steht der Entwurf nun zur Diskussion in der Universitätsöffentlichkeit. Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge können dem Wissenschaftlichen Rat zugesandt werden. Die Grundordnung soll auf dem Herbstkonzil verabschiedet werden.

Universitätszeitung - 02.04.1990

Rektor Horst Hennig hat dem BRD-Politiker, Wissenschafter und Wirtschaftsexperten Kurt Biedenkopf feierlich die Berufungsurkunde für die Gastprofessur "Georg Mayer" übergeben. Damit sollen Biedenkopfs Leistungen auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften gewürdigt werden. Die Antrittsvorlesung wird am 9. April 1990 im Hörsaal 13 stattfinden.

Universitätszeitung - 02.04.1990

Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, versammelten sich etwa 1000 Studenten, auch anderer Leipziger Hochschulen, zum studentischen Protest im Hörsaalgebäude. Aufgerufen hatte zu der Aktion der StuRa der KMU. Zunächst wurden Forderungen verlesen. Dazu gehörten die Zahlung eines Stipendiums, das einen Ausgleich zur Inflation bietet und die Bereitstellung von subventionierten Wohnheimplätzen. Anschließend zogen die Studenten zum Neuen Rathaus, um sich dort Gehör zu verschaffen.

Universitätszeitung - 26.03.1990

Die schwedischsprachige Universität Abo Akademie aus Turku in Finnland schreibt Stipendien für deutsche Studierende aus. Auch KMU-Studenten können sich auf die Stipendien, die einen fünfmonatigen Studienaufenthalt im Norden ermöglichen, bewerben. Studiert werden kann an der Abo Akademie eine breite Auswahl an Fächern von Ökonomie über Informationswissenschaften bis hin zu Theologie oder Kunst. Die Lehrveranstaltungen werden in Schwedisch stattfinden, ausgewählte Lehrgänge sollen zudem in Englisch angeboten werden.

Rektor - 23.03.1990

Der Rektor bekam eine Meldung, wonach Ende März ein KMU-Student aus dem Sudan von Skinheads auf der Straße beleidigt, geschlagen und getreten worden sei. Die Universitätsleitung konstatierte unter den ausländischen Studierenden eine zunehmende Angst vor Gewalt durch die neu erstarkten Rechten.

Senat - 20.03.1990

Der Senat beschäftigte sich vor allem mit der Erneuerung der Universität. Daneben sprachen die Senatsmitglieder über die vermehrten Angriffe auf ausländische Studenten am Rande der Montagsdemonstrationen. Der Rektor betonte die Verantwortung der Universität für ihre ausländischen Studenten.

Ministerium für Bildung und Wissenschaft der DDR - 19.03.1990

Der Minister für Bildung der DDR, Prof. Dr. Hans-Heinz Emons, schrieb an den Rektor der Universität und äußerte sich zustimmend zur Auflösung bzw. Umbenennung der Sektionen, die für die Ausbildung im Marxismus-Leninismus zuständig waren. Er wünschte der Universität gutes Gelingen "in der verantwortlichen Arbeit, die Sektionen weiter herauszubilden und für eine differenzierte, moderne gesellschaftswissenschaftliche Lehre zu profilieren".

Universitätszeitung - 19.03.1990

Für die Einrichtung eines Marketing-Lehrstuhls hat die Dresdner Bank der KMU 100.000 DM gestiftet. Nach eigenen Aussagen will das Geldinstitut zukünftig auch in Dresden und Berlin solche Lehrstühle sponsern.

Universitätszeitung - 19.03.1990

Der Bereich Medizin der KMU hat in der Universitätszeitung öffentlich zur Bildung von Personalräten im eigenen Bereich aufgerufen. Die Personalräte sollen die selbstständige sowie partei- und organisationsunabhängige Interessenvertretung aller Beschäftigten sein und möglichst alle Berufsgruppen gleichermaßen repräsentieren. Jeder Personalrat soll maximal aus 12 Personen bestehen.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 14.03.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
Mehr Bilder unter www.archiv.uni-leipzig.de/kuehne

Universitätszeitung - 13.03.1990

Rektor Hennig empfing den Botschafter von Belgien Theo Lansloot sowie den Botschafter der Niederlande Egbert Jacobs zu einem Gespräch. Hennig infomierte die beiden Diplomaten über die traditionsreiche 580-jährige Geschichte der Leipziger Universität und über den derzeit stattfindenden Umgestaltungsprozess. Weiteres Thema waren die sich gut entwickelnden Wissenschaftskontakte zwischen ostdeutschen und niederländischen sowie belgischen Hochschulen.

Universitätszeitung - 10.03.1990

Zu einem Ost-West-Wirtschaftsdialog trafen sich hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Hörsaal 19. Es ging dabei um Chancen für Wirtschaftskooperationen. Zu Gast waren unter anderem die niedersächsische Finanzministerin Birgit Breuel sowie der Präsident der Universität Braunschweig Prof. Dr. Bernd Rebe.

Studentenrat - 09.03.1990

Senat - 05.03.1990

Wie die Universität zukünftig aussehen soll, bleibt weiterhin offen. Rektor Hennig brachte hierzu verschiedene Vorschläge ins Gespräch. Denkbar wäre die Abschaffung der Sektionen und deren Umstrukturierung in Fakultäten mit einem Dekan an der Spitze. Die alten Strukturen sollen noch bis September in ihrer derzeitigen Form bestehen bleiben.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 05.03.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
Mehr Bilder unter www.archiv.uni-leipzig.de/kuehne

Universitätszeitung - 05.03.1990

Am Bereich Medizin der KMU haben Oberschwestern der Kliniken einen eigenen Interessenverband gegründet. Die Schwestern fühlten sich bisher nur ungenügend in den Gremien der Universität vertreten. Sie wollen der Entwicklung entgegenwirken, dass die Attraktivität des Schwesternberufs immer mehr verloren geht.

Studentenrat - 01.03.1990

Der Studentenrat, nun von der Studentenschaft legitimiert, verteilte Aufgaben und Ämter. Zwei Sprecher sollten den StuRa nach außen vertreten, zwei Mitglieder wurden in den Senat entsandt. Die studentischen Aufgabengebiete, wie Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Soziales, Ausland und Wohnen, wurden auf einzelne Referate verteilt.

Ministerium für Bildung der DDR - 28.02.1990

Die Beschäftigten des Bereichs Medizin der KMU dürfen sich bald über mehr Gehalt freuen. Das Ministerium für Bildung der DDR sicherte dem medizinischen Personal von Universitäten und Akademien jetzt eine Lohnerhöhung zu.

Universitätszeitung - 26.02.1990

In einem Schreiben an den Rektor hat sich der britische Außenminister für den herzlichen Empfang sowie die fruchtbaren Gespräche mit Wissenschaftlern und Studenten bei seinem Besuch bedankt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Kooperation mit der KMU noch intensiviert werden könne.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 19.02.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
Mehr Bilder unter www.archiv.uni-leipzig.de/kuehne

Universitätszeitung - 19.02.1990

Aufatmen für die Universität: Die befürchtete Abberufung der Studenten aus Kambodscha durch die kambodschanische Regierung wird nicht erfolgen. Dies bestätigte jetzt ein Schreiben des Ministers für Bildung der DDR an den Rektor. Die kambodschanischen Studenten könnten in Ruhe ihr Studium abschließen.

Universitätszeitung - 19.02.1990

Auf Einladung der Fachschaft Journalistik der Universität Dortmund reisten 17 Journalistikstudenten der KMU ins Ruhrgebiet und bekamen die Gelegenheit, die dortige Medienlandschaft kennenzulernen. Zunächst mussten die Gäste jedoch selbst auf Pressekonferenzen und bei Interviews Rede und Antwort stehen. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche bei den Redaktionen der "Deutschen Welle" und der "Rheinischen Post".

Universitätszeitung - 17.02.1990

Auf einer Klausurberatung mit den Sektions- und Institutsdirektoren stellte Rektor Hennig erste konzeptionelle Gedanken zur neuen Verfassung der KMU vor. Die Verfassung soll auf dem Herbst-Konzil verabschiedet werden.

Studentenrat - 16.02.1990

Der Studentenrat der KMU veranstaltet in Kooperation mit dem AStA der Universität Frankfurt einen internationalen Studentenkongress. Diskutiert werden sollen unter anderem Möglichkeiten von studentischer Autonomie und der Umgang mit Rassismus.

Zeitungsartikel

BRD-Politiker zu Gast

Universitätszeitung - 14.02.1990

Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft Dietrich Wetzel stattete der KMU einen Besuch ab. Rektor Hennig empfing den Gast zu einem Gespräch über aktuelle Fragen der Hochschul- und Wissenschaftspolitik. Anschließend sprach Wetzel noch mit Wissenschaftlern und Vertretern des Studentenrats über Kooperationsmöglichkeiten mit westdeutschen Hochschulen, die Anrechnung von Studienleistungen und Möglichkeiten einer Stipendienvergabe in Ost und West.

Studentenrat - 14.02.1990

Der Studentenrat hat in einem Aushang dazu aufgerufen, sich gegen die zunehmenden Aggressionen gegen Ausländer zu stellen. Wohnheime, in denen die ausländischen Studenten untergebracht sind, seien "zum Kristallisationspunkt für Wut und Zerstörung" geworden. Dieser Entwicklung wolle der StuRa entgegenwirken.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 12.02.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 12.02.1990

Die Universität plant den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Universitätsbibliothek und ruft daher zu Spenden auf. Die kostbaren Bestände, zu denen unter anderem jahrtausendealte Schriftstücke wie der Papyrus Ebers oder der Codex Sinaiticus gehören, brauchen dringend ein sicheres Gebäude.

Rektor - 12.02.1990

Mit dem Rektor der Humboldt-Universität Berlin Dieter Hass und dem Rektor der Leipziger Karl-Marx-Universität Horst Hennig haben erstmals zwei DDR-Rektoren an der Westdeutschen Rektorenkonferenz teilgenommen. Das Gremium tagte vom 12. bis 13. Februar 1990 in Bonn-Bad Godesberg. Professor Hass gab dabei einleitend einen Bericht zur Situation der Hochschulen in der DDR. Er informierte darüber, dass die Gründung einer ostdeutschen Rektorenkonferenz beabsichtigt sei.

Senat - 06.02.1990

Rektor Hennig warf in der Senatssitzung die Frage auf, was die bereits abzusehende Wiedervereinigung für die Entwicklung der Leipziger Universität bedeutet. Die Zukunft der alten Strukturen sei noch unklar und müsse zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Unabhängig davon soll die Universität durch den deutsch-deutschen Wissenschaftsaustausch belebt werden. Dazu zählen unter anderem der Austausch von Studenten, die Aufnahme von Gastwissenschaftlern, aber auch gemeinsame Projekte.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 05.02.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 03.02.1990

Mit dem Ziel, die SED-Strukturen an der KMU zu beseitigen und basisdemokratische Entwicklungen einzuleiten, hat sich an der Universität nun eine Basisgruppe der PDS gegründet. Die Basisgruppe will sich auch um die Rehabilitierung von Genossen bemühen, denen in der Vergangenheit Unrecht widerfahren ist.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 29.01.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 26.01.1990

Unter dem Titel "Stalinismus - Wege und Auswege" wurde an der Sektion Geschichte eine neue Kolloquienreihe eröffnet. Zur Auftaktveranstaltung sprachen unter anderem die Leipziger Historiker Prof. Dr. Werner Bramke und Dr. Thomas Schmidt sowie deren Potsdamer Kollege Prof. Dr. Wolfgang Ruge. Ursachen und Merkmale des Stalinismus, die Verbreitung des Phänomens in der kommunistischen Bewegung, aber auch Probleme der Bewältigung des Stalinismus sollten auf weiteren Veranstaltungen thematisiert werden.

Universitätszeitung - 26.01.1990

Der Interdisziplinäre Arbeitskreis Friedensforschung der KMU lädt zu einer neuen Vortragsreihe mit dem Thema "Das deutsche Problem im europäischen Haus" ein. In der Auftaktveranstaltung stellt Prof. Dr. Walter Poeggel neue Forschungsergebnisse zur Gestaltung einer Vertragsgemeinschaft zwischen DDR und BRD vor.

Universitätszeitung - 26.01.1990

Halbzeit in der Basketball-Oberliga: Die Männermannschaft der KMU blieb hinter den Erwartungen zurück und steht momentan nur auf Platz 6 der Tabelle. Die KMU-Truppe, die sonst zu den Spitzenteams gehörte, erhält damit die Quittung für ihre mangelhafte Sorge um sportlichen Nachwuchs. Das schlechte Abschneiden erklärt sich zudem durch die Tatsache, dass viele verdienstvolle Spieler die Mannschaft in dieser Saison verlassen haben.

Studentenrat - 26.01.1990

Unter dem Motto "Wider die Vereinigung, unser Haus heißt Europa" findet Ende Januar in Düsseldorf der erste deutsch-deutsche Studentenkongress statt. Gastgeber sind neben dem Asta der Universität Düsseldorf der Asta der Universität Bonn sowie der Leipziger Studentenrat. In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen Alternativen zur deutschen Wiedervereinigigung diskutiert werden. Themen sind unter anderem "(Alp)-Traum Wiedervereinigung?", "Hat der Sozialismus eine Zukunft?" und "Multikulturelle Gesellschaft - Heimatliebe oder Nationalismus?".

Universitätszeitung - 23.01.1990

Nach Frankreichs Premier Mitterand konnte die KMU einen weiteren europäischen Staatsmann begrüßen, den britischen Außenminister Douglas Hurd. Rektor Hennig empfing den hohen Gast und geleitete ihn zum alten Senatssaal in der Ritterstraße, wo bereits Forscher und Studenten der Anglistik warteten. Neben Fragen zur britischen Außenpolitik drehte sich die Diskussion vor allem um die demokratische Erneuerung der DDR und den britisch-ostdeutschen Wissenschaftsaustausch, der in Zukunft intensiver gestaltet werden soll.

Universitätszeitung - 22.01.1990

Die SED-PDS teilte in einer kurzen Notiz mit, dass die Kreisparteiorganisation an der KMU mit sofortiger Wirkung aufgelöst wird. Für Studenten und andere Universitätsangehörige, die sich dennoch in die Arbeit der Partei einbringen wollen, wurde ein Anlaufpunkt außerhalb der Räumlichkeiten der KMU eingerichtet.

Universitätszeitung - 22.01.1990

Die neugebildete Senatskommission "Autonomie und Demokratie an der Universität" hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie will zukünftig Positionspapiere und Vorschläge zur demokratischen Erneuerung der KMU vorlegen. Unter der Leitung der Dekane Prof. Dr. sc. H. Gläß und Prof. Dr. sc. G. Helbig teilte sich die Kommission zunächst in vier Arbeitsgruppen auf. Auch der Studentenrat wird in die Arbeit mit einbezogen.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 22.01.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 21.01.1990

Das Publikum im restlos ausverkauften Poetischen Theater der KMU belohnte die Schauspieler der Theaterwerkstatt Hannover mit tosendem Applaus. Im Rahmen der Themenwoche "Gegen RECHTS" führten die Hannoveraner unter der Leitung von Peter Henze "Die Tigergeschichte" und zwei weitere Erzählungen von Dario Fo auf. Bereits im Frühjahr wird die Theatertruppe mit einem Gastspiel zum Thema AIDS nach Leipzig zurückkehren.

Universitätszeitung - 20.01.1990

Studenten und Forscher der Sektionen Informatik, Physik, Journalistik, Politikwissenschaften/Soziologie sowie Redakteure der Universitätszeitung erhielten die Gelegenheit, die Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg kennenzulernen. Sie waren einer Einladung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gefolgt. Auf dem Programm standen neben einer Stadtführung und einer Führung über das Reichsparteitagsgelände auch Gesprächsrunden, insbesondere zu Ausbildungsprofilen, dem Demokratisierungsprozesses und der Studentenvertretung.

Studentenrat - 20.01.1990

Mit einer Mehrheit von 93 Prozent stimmten die Studenten der Arbeit des Studentenrates zu, der damit offiziell seine Arbeit aufnehmen konnte. An der Urabstimmung hatten sich mit 6.452 abgegebenen Stimmen 73 Prozent aller Studenten beteiligt.

Universitätszeitung - 19.01.1990

Fritz Tröger, der Prorektor für Bildung an der KMU, betonte in einem Interview mit der Universitätszeitung, wie wichtig die Teilnahme an der StuRa-Urabstimmung sei. Die KMU benötige unbedingt unabhängige Studentenvertreter, die beispielsweise bei der Auswahl und Zulassung von Studienbewerbern, der Vergabe von Leistungs- und Sonderstipendien, der inhaltlichen Gestaltung des Studiums, der Verwaltung von Wohnheimen und Klubs und vielem mehr mitentscheiden müssten. Zur Bewältigung dieser Aufgabe stellte die Universitätsleitung dem StuRa eine Summe von 800.000 Mark aus einem Studentenfond in Aussicht.

Universitätszeitung - 19.01.1990

Die Universitätsleitung um Rektor Hennig kündigte eine Verwaltungsreform innerhalb der Universität an. Ziel war es, Wissenschaftler vom "bürokratischen Ballast" zu befreien. Anregungen holte sich das Rektorat dabei auch aus dem Westen, wie KMU-Verwaltungsdirektor Dr. Volker Schenderlein berichtete. Zuvor sollte analysiert werden, was international in Verwaltungen üblich ist.

Universitätszeitung - 19.01.1990

150 Studenten der ehemaligen Sektion Wissenschaftlicher Kommunismus sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Ihre Ausbildung scheint plötzlich nun noch wenig wert zu sein, ihre Berufschancen sind vage. In einer Gesprächsrunde mit Wissenschaftlern, Studenten und Absolventen der Sektion sowie einem Mitarbeiter des Ministeriums für Bildung konnten diese Probleme und Ängste nun diskutiert werden. Die Teilnehmer sprachen auch über die Zukunft und Neuausrichtung der Gesellschaftswissenschaften an der KMU.

Rektor - 17.01.1990

Die Universitätsleitung sprach von einem Klima der allgemeinen Zukunftsangst unter den Universitätsmitarbeitern. Durch die einsetzenden Verwaltungsreformen, Preiserhöhungen und die Fortsetzung der Proteste herrsche innerhalb der Mitarbeiterschaft ein Klima der Verunsicherung und Existenzangst, so Referent Wadewitz.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 15.01.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Abteilung Planung und Statistik - 15.01.1990

Die Abteilung Planung und Statistik des Direktorats für Ökonomie der KMU hat die Studienzahlen für 1989 bekanntgegeben. Demnach wurde der Plan für die meisten Studienfächer erfüllt oder sogar übererfüllt.

Universitätszeitung - 12.01.1990

Eine Delegation von KMU-Studenten besuchte nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Universität Bielefeld, um sich beim AStA über die dortigen Studienbedingungen zu informieren. Geplant ist eine engere Zusammenarbeit beider Universitäten, was auch der Rektor der Bielefelder Universität Grotemeyer begrüßte. Zunächst soll jedoch ein Studentenaustausch organisiert werden, für den sich bereits erste Interessenten gemeldet haben.

Rektor - 10.01.1990

Den Studenten auferlegte Pflichten und Zwänge, wie der Arbeitseinsatz in den Mensen und Wäschereien der Universität, fanden mit dem Umbruch von 1989/90 plötzlich keine Aufmerksamkeit mehr. Die Universitätsleitung verlangte nach einer rechtlichen Grundlage zur Regelung des Arbeitseinsatzes und sprach von möglichen "Versorgungsschwierigkeiten".

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 08.01.1990

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 06.01.1990

Die Rektoren der Universitäten Berlin, Dresden, Greifswald, Halle, Jena, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Rostock sowie der Bergakademie Freiberg, der Technischen Hochschule Leipzig und der Handelshochschule Leipzig tagten an der KMU, um die Gründung einer ostdeutschen Rektorenkonferenz vorzubereiten. Diese soll als freies, unabhängiges Gremium der ostdeutschen Hochschulen dienen. Vorab diskutierten die Rektoren Fragen der Autonomie und Demokratie der Hochschulen.

Universitätszeitung - 05.01.1990

Die Rektoren der Universität des Saarlandes und der Karl-Marx-Universität Leipzig haben ihre seit 1987 bestehende Kooperation erneuert. Gleichzeitig unterzeichneten sie einen Arbeitsplan, der eine intensivere Zusammenarbeit bei interdisziplinären Themen und einen Studentenaustausch zwischen den beiden Universitäten vorsieht.

Rektor - 03.01.1990

In seinem Bericht an den Rektor befürchtet der Prorektor "anarchische Verhältnisse" und das Erstarken rechter Kräfte, auch an der Universität herrsche Unsicherheit über die Zukunft der alten Strukturen. Die Universitätsleitung schätzte er dennoch als "stabil, arbeitsfähig und auch reaktionsfähig" ein.

Studentenrat - 02.01.1990

Der Studentenrat ließ erstmals seine Satzung drucken. Diese legte die Struktur und Arbeitsweise, aber auch die Finanzierung des StuRa fest.

Senat - 01.01.1990

Die Universitätszeitung (UZ) erschien seit Jahresanfang 1990 unter Herausgeberschaft des Rektors, und nicht mehr als Zentralorgan der SED-Kreisleitung der KMU. Gleichzeitig erhielt sie eine neue Konzeption. Die Universitätszeitung sollte fortlaufend über den Erneuerungsprozess informieren und allen Universitätsangehörigen ein Forum bieten, ihre Meinung frei zu äußern.

Rektor - 01.01.1990

Der Marxismus-Leninismus als Staatstheorie passte nicht mehr zum neuen System und zur sich wandelnden Universität. Die Sektion wurde zum 01.01.1990 mit dem unverfänglicheren Namen Sektion "Gesellschaftstheorien" versehen.

- 01.01.1990

Zum Jahreswechsel wurde die Sektion Marxismus-Leninismus aufgelöst und durch die neu gegründete Sektion Gesellschaftstheorien ersetzt.

- 01.01.1990

Die Sektion Marxistisch-Leninistische Philosophie erhält nun auch einen neuen Namen. Sie legt damit ihre staatsideologische Ausrichtung ab und nennt sich fortan schlicht Sektion Philosophie.

Universitätszeitung - 21.12.1989

Gemeinsam mit einer Delegation aus Ministern und hohen Vertretern der französischen Industrie stattete Frankreichs Staatspräsident Francois Mitterand der Karl-Marx-Universität kurz vor Weihnachten einen Besuch ab. Nach dem Empfang durch Rektor Hennig traf er sich mit Leipziger Studenten zum Gespräch. Es herrschte enormes Gedränge, nicht alle Studenten fanden im Hörsaal 19 Platz, um Mitterand zuzuhören. Der französische Staatsmann beantwortete viele Frage der KMU-Studenten, unter anderem zur politischen Lage, aber auch zur Wissenschaftsorganisation.

Senat - 19.12.1989

Kurz vor Weihnachten 1989 kam der Senat erneut zusammen, um über die Zukunft der Universität zu diskutieren. Für die Mitarbeit in den Senatskommissionen haben sich viele Freiwillige gefunden. Auch der Studentenrat soll in die Arbeit mit einbezogen werden. Besonders wichtig war dem Senat, dass der Universitätsbetrieb aufrecht erhalten bleibt.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 18.12.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 15.12.1989

Die neue Reisefreiheit für DDR-Bürger macht sich für KMU-Studenten bereits bezahlt. Per Stipendium besteht für ausgewählte Studenten die Chance auf ein einjähriges Zusatzstudium an der University of Sussex in Großbritannien. Studiert werden können dort zum Beispiel Wirtschaftswissenschaften, Internationale Beziehungen und Informatik.

Universitätszeitung - 15.12.1989

Die Rückberufung von koreanischen Studenten durch die koreanische Regierung hat bei vielen Studenten der KMU für Bestürzung gesorgt. Sie riefen zum Protest gegen dieses Vorgehen auf und führten eine Unterschriftenaktion durch. Weiterhin forderten sie alle Studenten dazu auf, sich an einer Briefaktion zu beteiligen und den Koreanern zu schreiben.

Universitätszeitung - 15.12.1989

Das Internationale Studentenkomitee der KMU zeigte sich in einem offenen Brief beunruhigt über die zunehmende Ausländerfeindlichkeit in Leipzig. Ausländische Studierende seien vermehrt Anfeindungen ausgesetzt. Das Komitee forderte dazu auf, solche "unbegründete Barrieren" Schritt für Schritt abzubauen.

Rektor, LVZ - 13.12.1989

FDJ-Kreisleitung, Studentenrat und Universitätsleitung gründeten einen Arbeitsausschuss, um das Hochschulrecht zu ändern. Studentische Mitspracherechte sollen künftig von der FDJ auf den Studentenrat übergehen.

Studentenrat - 11.12.1989

Der Studentenrat der KMU hat sich einem Appell des Neuen Forums, des Demokratischen Aufbruchs, der SDP, des Umweltverbunds "Ökolöwe" sowie der Initiative Frieden und Menschenrechte Leipzig angeschlossen. In dem Papier, das auf einer Pressekonferenz öffentlich verlesen wurde, riefen die Unterzeichner hinsichtlich der Besetzung von Gebäuden des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit dazu auf, keine Selbstjustiz walten zu lassen. Nur gewaltfrei könne die Aufklärung betrieben werden. Die Bürgerkomitees, die nun die Aktenbestände überprüfen, sollten vielmehr durch besonnenes und friedliches Handeln bei ihrer mühsamen Arbeit unterstützt werden.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 11.12.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 08.12.1989

Eine Initiativgruppe von Universitätsangehörigen hat öffentlich zur Gründung einer marxistischen Jugendorganisation jenseits der FDJ aufgerufen. In dem Aufruf hieß es, dass eine solche Gruppe, frei von alten ideologischen "Verkrustungen", wichtig für den Erneuerungsprozess der Universität sei.

Universitätszeitung - 08.12.1989

Die sogenannte "Zentrale KO-OP" will sich künftig der Vermittlung von Studentenjobs annehmen. Zur Finanzierung des Vorhabens soll von den Firmen, die Stellen anzubieten haben, eine Vermittlungsgebühr erhoben werden.

Rektor - 08.12.1989

Vertreter der Klinik für Innere Medizin der KMU haben sich in einem Schreiben an den Rektor für radikale Veränderungen ausgesprochen. So forderten die Ärztinnen und Ärzte die sofortige Auflösung der SED-Organisation in ihrer Klinik und damit die grundsätzliche Trennung von Staats- und Parteistrukturen. Weiterhin verlangten sie die Abschaffung des bisherigen innerbetrieblichen Staatssicherheitsapparates sowie die Veröffentlich der Namen der Beteiligten. Die Klinik wünschte sich zudem mehr Autonomie in Personalfragen.

Studentenrat - 06.12.1989

Der neugegründete Studentenrat hat die Studenten der KMU dazu aufgerufen, sich friedlich an der nächsten Montagsdemonstration zu beteiligen, um für die Ziele demokratische Erneuerung, ökologische Orientierung sowie soziale Gerechtigkeit einzutreten. Der Treffpunkt für die studentische Protestgruppe ist am Montag um 17 Uhr am Leibnizdenkmal. Die Studenten sind aufgerufen, durch zahlreiche Teilnahme und Transparente die Leipziger, die Montag für Montag auf die Straße gehen, zu unterstützen.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 04.12.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 01.12.1989

Studenten, die bisher noch in "schwarzen Wohnungen" leben, also staatlich nicht freigegebenen und zugewiesenen Quartieren, können dies nun völlig legal tun. Darauf einigten sich die Universitätsleitung und der Rat der Stadt Leipzig.

Studentenrat - 01.12.1989

Der Studentenrat auf Spendensuche: Die neue Studentenvertretung an der KMU benötigt dringend Geld, um ihre Arbeit zu finanzieren. Spendenaufrufe und eine Soli-Fete sollen Abhilfe schaffen.

- 30.11.1989

Die Sektion Wissenschaftlicher Kommunismus hat einen neuen Namen. Um ihre Daseinsberechtigung zu bekräftigen, nannte sie sich um in Sektion Politikwissenschaft und Soziologie.

Rektor - 30.11.1989

Der Rektor hat in einem Aushang öffentlich zur Mitarbeit in den Kommissionen des Akademischen Senats aufgerufen. Mindestens 6 Kommissionen sollen sich zukünftig mit der demokratischen Erneuerung der Universität befassen. Jede Kommission soll aus etwa 20 Personen bestehen. Interessenten können sich bis zum 15. Dezember beim Sekretär des Wissenschaftlichen Rates melden.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 27.11.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Rektor - 25.11.1989

Rektor - 25.11.1989

Rektor Hennig sprach in seiner Rede vor dem Konzil über die Bedeutung des Erneuerungsprozesses für die Universität, betonte aber gleichzeitig die Autonomie der Hochschule. Er verkündete zudem Maßnahmen zur Reform des Lehrbetriebs. Diese betreffen unter anderem das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium, das obligatorische Fremdsprachenstudium und die Sportausbildung.

Universitätszeitung - 24.11.1989

Die Erneuerung der Universität ist in vollem Gange. Zu diesem Zweck beschloss der Senat nun die Bildung von Senatskommissionen, an denen sich jeder Universitätsangehörige beteiligen darf.

Universitätszeitung - 24.11.1989

Die neue Studentenbeilage der Universitätszeitung nahm kein Blatt vor den Mund und kritisierte die Zustände im "Nürni", dem Studentenwohnheim in der Nürnberger Straße. Dort seien die Zimmer viel zu klein, es gäbe zu wenig Waschräume und der Fernsehempfang sei zu schlecht. Das Wohnheim brauchte gar den Vergleich mit einer "ordentlichen Berliner Mietskaserne der Jahrhundertwende (…) nicht zu scheuen".

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 20.11.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Senat - 17.11.1989

Rektor Hennig sprach in der Sondersitzung des Senats von der Erneuerung und Demokratisierung der Universität. Er verkündete bereits getroffene Maßnahmen und unterbreitete Vorschläge zum weiteren Vorgehen.

Zeitungsartikel

Erstmals "Ohne Filter"

Universitätszeitung - 17.11.1989

Die Universitätszeitung wird künftig um die studentische Beilage "Ohne Filter" erweitert. Darin schreiben Studenten der KMU, insbesondere Vertreter des neugegründeten Studentenrats, über Themen von Wohnheimen bis Studentenfeten.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 13.11.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
Mehr Bilder unter www.archiv.uni-leipzig.de/kuehne

Universitätszeitung - 10.11.1989

Die FDJ-Kreisleitung hat ihre Meinung geändert und forderte die Studenten nun doch dazu auf, an den montäglichen Demonstrationen teilzunehmen. Die Macht der Straße solle die Macht des Geistes bleiben, so die Vertreter der FDJ in ihrem Aufruf.

Sektion Chemie - 10.11.1989

In einer Anfrage an den Rektor sprachen sich Vertreter der Sektion Chemie für die Abschaffung des bisher obligatorischen Marxismus-Leninismus-Unterrichts für Promotionsstudenten aus. Sie lehnten auch die Benotung solcher Kurse ab, da dies die freie Meinungsäußerung hemmen würde. Generell bezweifelten die Verfasser des Schreibens, ob man mit solchen aufgezwungenen Veranstaltungen tatsächlich Sympathien für die marxistisch-leninistische Weltanschauung wecken könne.

Studentenrat - 09.11.1989

Sektion Theologie - 09.11.1989

Die Studenten der Sektion Theologie haben nun ihre eigene Interessenvertretung. Sie gründeten am 9. November 1989 einen Sprecherrat, der sich künftig für ihre Belange einsetzen soll. Die Studentensprecher sollen durch demokratische Wahlen ermittelt werden und auch als Vermittler zwischen den Studenten der Sektion und dem Studentenrat stehen. Das bisherige Amt der Seminargruppensekretäre erlischt durch die Gründung des Sprecherrates.

Rektor - 08.11.1989

Der Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Konrad Unger von der Sektion Physik unterbreitete Rektor Hennig angesichts der aktuellen Montagsdemonstrationen den Vorschlag, dass die Universität die Schirmherrschaft über diese übernehmen solle. Die KMU könne Themen vorgeben, Redner organisieren und Ordner bereitstellen. Die Diskussion konkreter Lösungsvorschläge könne dann in Hörsälen fortgesetzt werden, so Unger in seinem Schreiben an Hennig.

Rektor - 07.11.1989

Der Fachbereich Kunstwissenschaft hat sich mit einem Schreiben an den Rektor gewandt und "spürbare Veränderungen in nächster Zeit" gefordert. Die Verfasser monierten unter anderem den derzeitigen Zustand der Handbibliotheken in den UB-Zweigstellen und die mangelnde Technik zur Vervielfältigung, die eine "geradezu mittelalterliche Arbeitstechnik" zur Folge hätte. Als problematisch bezeichneten die Vertreter des Fachbereichs zudem die klimatischen Bedingungen im Uni-Hochhaus.

Senat - 07.11.1989

Im Senat wurde die Zukunft der KMU eifrig diskutiert. Die Universitätsleitung zeigte sich beunruhigt über die Entwicklungen und beschwor den Senat, mit Ruhe und Besonnenheit an den bestehenden Strukturen festzuhalten. Gleichzeitig wurde die Bildung von Senatskommissionen besprochen, die sich der behutsamen Umgestaltung der Universität annehmen sollten.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 06.11.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Rektor - 06.11.1989

In einem an den Rektor adressierten Schreiben forderte Prof. Dr. sc. Günter Nötzold, Lehrstuhlinhaber an der Sektion Wirtschaftswissenschaften, die Durchsetzung von notwendigen Veränderungen an der KMU. Er betonte, dass von der KMU hinsichtlich der jüngsten Entwicklungen noch keine entscheidenden Impulse ausgehen würden. Dazu sei zunächst ein "geistiges Klima der Ehrlichkeit" vonnöten, so Nötzold.

Universitätszeitung - 31.10.1989

Rektor Horst Hennig rief die Sektions- und Institutsdirektoren zu einer außerordentlichen Dienstberatung zusammen. Er betonte, wie wichtig es sei, die Arbeitsfähigkeit der Universität zu erhalten und gleichzeitig über notwendige Veränderungen im akademischen Leben zu diskutieren. Die Universitätsleitung erklärte ihre tiefe Besorgnis über die Zuspitzung der Situation im Land. Sie bekannte sich zur „kompromisslosen Erneuerung“ und bekräftigte ihren Beitrag für den „Prozess der sozialistischen Umgestaltung“.

Universitätszeitung - 27.10.1989

Das hat es seit Jahren nicht gegeben: Die SED-Kreisleitung diskutiert stundenlang heftig, die Mitglieder sprechen spontan ohne schriftlich vorbereitete Beiträge. Die Diskussion verläuft „zum Teil auch kontrovers“ – die Meinungen in der Sozialistischen Einheitspartei sind nicht mehr einheitlich. Die Parteileitung bemüht sich darum, ihre Handlungsfähigkeit in der politischen Arbeit zu behalten, betont „die gemeinsame Sache“ und will zugleich die „Wende“ schnell vollziehen.

Studentenrat - 26.10.1989

In einem studentischen Rundschreiben wurde die FDJ als undemokratisch kritisiert, da sie von den Studenten nicht legitimiert sei. Stattdessen riefen die Studenten dazu auf, sich aktiv an der Gründung einer unabhängigen Studentenvertretung zu beteiligen und stellten ihr Konzept vor.

Rektor - 26.10.1989

Etwa 1170 Studenten verabschiedeten nach einer hektischen Debatte die Konzeption des Studentenrates. Die unabhängige Studentenvertretung will sich für eine Reform des Studiums und für mehr Einfluss und Mitbestimmung der Studenten bei der Gestaltung des Studiums einsetzen. Die FDJ bedauerte, das Vertrauen der Studierendenschaft verloren zu haben.

Studenten verschiedener Sektionen - 25.10.1989

Studentische Vertreter verschiedener Sektionen haben die Abschaffung der militärischen Ausbildung an der KMU gefordert. Die "zum Teil sehr uneffektive Ausbildung in Lagern der Reservistenqualifizierung und Zivilverteidigung" solle stattdessen lieber durch einen Arbeitseinsatz im sozialen Bereich, wie zum Beispiel in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, ersetzt werden. So würde man außerdem Kosten bei der Unterbringung und Verpflegung einsparen und das medizinische Personal in den entsprechenden Einrichtungen entlasten.

Rektor - 24.10.1989

Die Studentenversammlung beschließt die Gründung eines Studentenrates und hält Konkretes zur Verfasstheit des StuRa fest: Die Studenten jeder Sektionen sollen Sektionssprecher wählen, die in den StuRa entsandt werden, um gemeinsam die Interessen der Studentenschaft zu diskutieren und durchzusetzen.

Rektor - 23.10.1989

Etwa 140 Studenten fanden sich zu einer erneuten Versammlung ein, unter ihnen auch eine Delegation von Studenten der Humboldt-Universität Berlin. Es herrschte Uneinigkeit in der Frage, wie die zukünftige Studentenvertretung aussehen solle. Einige Studenten forderten die Gründung eines Studentenrates, andere die eines Studentenbundes, eine dritte Gruppe wünschte sich einen Kompromiss aus beiden. Etwa die Hälfte der Anwesenden verließ die Versammlung wegen der Streitereien frühzeitig. Die Universitätsleitung verfolgte die Entwicklungen mit kritischem Blick.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 23.10.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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Universitätszeitung - 20.10.1989

Die SED-Grundorganisation Wissenschaftlicher Kommunismus hat sich kritisch zu den Montagsdemonstrationen geäußert. Den Dialog auf die Straße zu verlegen, sei nicht der richtige Weg. Bereitschaft zu Gesprächen sei allerdings wichtig für das Fortbestehen des Sozialismus.

Rektor - 18.10.1989

Etwa 180 Studenten aus 17 Sektionen trafen sich im Hörsaal 12, um die Gründung einer unabhängigen Studentenvertretung zu diskutieren und vorzubereiten. Weitere Versammlungen und Schritte wurden beschlossen.

Sektion Geschichte - 18.10.1989

Das ist neu: die FDJ-Leitung der Sektion Geschichte berichtet in einem öffentlichen Aushang über sehr kontroverse Diskussionen, benennt die Besorgnis über die Krise im Land und stellt klar, dass auch die Arbeit der FDJ erneuert werden müsse.

Sektion Psychologie - 16.10.1989

Die Sektion Psychologie der KMU hat sich in einem offenen Brief an den Bundesvorstand des FDGB und an die Bezirksleitung der SED Leipzig gewandt. Im Zusammenhang mit den montäglichen Demonstrationen lobten die Verfasser das bisherige Vorgehen beider Adressaten, forderten die Vertreter von Gewerkschaft und Partei aber gleichzeitig zu Reformen auf.

Bereich Medizin - 16.10.1989

Die Leipziger Klinikdirektoren Prof. Dr. D. Olthoff und Prof. Dr. K.-F. Lindenau haben sich öffentlich zur Ablehnung der Montagsdemonstrationen bekannt. Vor allem befürchten sie ein Eskalieren der Gewalt, das schlimmstenfalls zu Verletzten oder gar Toten führen würde. Zudem erwarteten sie von den Verantwortungsträger "umgehend spürbare Entscheidungen".

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 16.10.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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FDJ-Gruppe der Sektion Wirtschaftswissenschaften - 16.10.1989

Die FDJler der Sektion Wirtschaftswissenschaften wollten sich am beginnenden gesellschaftlichen Dialog beteiligen und riefen daher zur öffentlichen Diskussion auf. Ihnen lag vor allem daran, den Sozialismus weiterzuentwickeln und sich über damit verbundene Werte klarzuwerden.

Sektion Geschichte - 11.10.1989

Die Sektion Geschichte der KMU zeigte sich während ihrer Dienstberatung in Bezug auf die Montagsdemonstrationen verhalten. Die Hochschullehrer erklärten vielmehr, dass die SED-Genossen uneingeschränkt zu unterstützen seien. Sie betonten, wie wichtig die ideologische Arbeit in den Seminargruppen sei.

SED-GO Bereich Medizin - 10.10.1989

Die studentischen Vertreter der SED-Grundorganisation des Bereichs Medizin haben sich mit einem Schreiben direkt an Erich Honecker gewandt und Kritik am Umgang der Partei mit den montäglichen Demonstrationen geübt. Die Massenabwanderung aus der DDR und die Probleme, die diese verursachten, dürften nicht totgeschwiegen werden. Deswegen sei die Bereitschaft zum Dialog jetzt das wichtigste für die SED.

Universitätszeitung - 10.10.1989

Die FDJ der KMU hat angesichts der Montagsdemonstrationen zum Gedankenaustausch über die Gestaltung und Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft aufgerufen. Die FDJ schwor dabei ihre Mitglieder ein, "jene Möglichkeiten, die uns die FDJ bietet, wie Studentenklubs, Gruppenwahlen, FDJ-Studienjahr, Studentenzeitungen" als Diskussionsforen zu nutzen. Die Straße hingegen sei nicht der Platz für Dialog, so die FDJ.

Sektion Theologie - 09.10.1989

52 Studenten der Theologie teilten dem Rektor in einem Schreiben mit, dass sie den Ausbruch von Gewalt auf den Montagsdemonstrationen fürchteten. Sie unterbrachen daher für eine gemeinsame Andacht in der Reformierten Kirche den Vorlesungsbesuch für zwei Stunden.

Armin Kühne / Universitätsarchiv Leipzig - 07.10.1989

Armin Kühne - Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig
Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.
Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.
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FDJ / Bereich Medizin - 05.10.1989

Die FDJ-Mitglieder und Studenten des 4. Studienjahres des Bereichs Medizin riefen in einem Rundschreiben zu einem friedlichen Ende der Demonstrationen auf. Gleichzeitig betonten sie die Bedeutung der freien Meinungsäußerung für alle Beteiligten. Der bloße Einsatz von Polizeigewalt und die Kriminalisierung der Demonstranten in den Medien hätten die Lage verschärft.